Biosimilars – un(ter)genutzte Chancen zur Senkung der Gesundheitskosten

Der Markt für Biologika und Biosimilars ist ein junger Markt mit grossem Marktpotenzial und Wachstumsraten. Die Zulassungsprozesse wurden an die Entwicklung in diesem Bereich angepasst. Gleichzeitig liegen nur relativ wenige Jahre an Erfahrung vor. Entsprechend vorsichtig gehen sowohl die Zulassungsbehörden wie auch die Anwender mit der Frage der Austauschbarkeit zwischen Referenzprodukt und Biosimilar vor.

Das Sparpotenzial wird in den nächsten Jahren auf über 200 Millionen Schweizer Franken jährlich ansteigen. Die Entwicklung zur Evidenz über die Unbedenklichkeit der Austauschbarkeit schreitet gleichzeitig voran. Das dürfte zu einer Erhöhung des Anteils Biosimilars führen. Im Vergleich mit dem Ausland hinkt die Schweiz allerdings hinterher. Nicht zuletzt weil weitere Hürden wie Fehlanreize im Margensystem und bei der Substitution die Ausbreitung hemmen. Damit sie beschleunigt wird, drängen sich weitere Massnahmen auf. Sie reichen von Kommunikationsmassnahmen über verschiedene Kanäle, der Aufhebung der Fehlanreize sowie multikooperativen Anstrengungen bei den Vertragsbeziehungen zwischen Versicherern, Leistungserbringern und der Industrie.

Nur mit einem Paket von Massnahmen auf verschiedenen Ebenen wird das Einsparpotenzial auch weitgehend realisierbar sein.

Pius Gyger
lic.oec. HSG, Executive M.B.L. HSG – unabhängiger Gesundheitsökonom
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